Theraposa blondi - Riesenvogelspinne

 

Vorkommen:

Venezuela, Französisch Guayana bis Nordbrasilien
Beschreibung:

Theraposa blondi ist mit 12 cm Körperlänge, bis zu 30 cm Beinspannweite, einem fast tennisballgroßen Abdomen, einem Körpergewicht von über 170 g und 1,7 cm lange Cheliceren die größte Vogelspinne der Welt.
Die Weibchen sind kaffeebraun bis schwarz gefärbt. Die Männchen sind etwas dunkler und kleiner als die Weibchen. 

Verhalten:

Diese Spinne hat einen äußerst cholerischen Charakter und unangenehme Brennhaare, die gern und oft abgestreift werden. Dies läßt die Tiere fast permanent mit einer ausgesprochen hässlichen rosa Glatze am Abdomen erscheinen.
Bei Störung reagieren die Tiere oft mit Stridulieren, also dem Erzeugen eines hohen und deutlich vernehmbaren Zischlautes; dazu sind beide Geschlechter in der Lage. Danach folgt Bombardieren und Beinschlagen sowie manchmal der Giftbiss – bei letzterem ist nicht das Gift, sondern die tiefe Fleischwunde besorgniserregend. 

Geschlechtsunterschiede:

Adulte Männchen haben, anders als bei anderen Vogelspinnen, keine Tibiaapophysen, also Schienbeinhaken, am vorderen Laufbeinpaar.

Haltungsbedingungen:

Terrariengröße:    60 x 40 x 40 cm für 1 ausgewachsenes Tier.

Temperatur: 24 bis 28°C, nachts 20-23°C

Luftfeuchtigkeit: 80 - 90%

Bodengrund: 10 cm hohe Befüllung mit Lauberde, die man 6-10 cm hoch mit getrocknetem welkem Eichen- oder Buchenlaub bedeckt. Substrat nicht zu trocken halten, da Tiere sehr schnell austrocknen; jedoch Staunässe vermeiden, gegen welche sie sehr empfindlich sind.

Einrichtung: Korkrindenhöhlen mit ca. 20 cm Durchmesser als Verstecke. Ein Wassergefäss darf nicht fehlen. 

Ernährung:

Heimchen, Grillen, Schaben, Heuschrecken, Nacktmäuse und Nacktratten. Für ein adultes Weibchen entfallen Heimchen und Grillen, da sie zu klein sind.
Zucht:

Die Verpaarung ist einfach, da sich das Weibchen dem Männchen gegenüber wieder Erwarten nicht sehr aggressiv verhält. Die Kopulation dauert bis zu 10 Minuten. Danach trennen sich die Tiere friedlich. 10 Wochen nach der Eiablage schlüpfen ca. 100-150 Spiderlinge, die mit 1,5 cm Körperlänge und einem Abdomen von der Größe einer großen Erbse zeigen, was einmal aus ihnen wird. Sie wachsen unglaublich schnell und machen bei jeder Häutung einen richtigen Schub. Bereits nach der dritten Häutung beträgt ihre Gesamtlänge gut 5 cm. Ähnlich wie Jungtiere von Lasiodora parahybana haben sie in den ersten Monaten dünne und sehr lange Beine. Mit der Zeit werden sie massiger. 

Unsere Theraposa, wahrscheinlich ist es ein Weibchen, ist am Tag meistens in ihrer Höhle. Deshalb waren wir sehr erstaunt,
das sie sich letztens vor ihrer Höhle gehäutet hat. Ansonsten ist sie, wie übrigens fast alle unserer Spinnen, ein ziemlich ruhiger
Vertreter ihrer Art. Vielleicht liegt das daran, das wir sie so wenig wie möglich stören.

Blondi vor ihrer Höhle...

...und hier beim Rundgang

  

Hier zwei Bilder von der Häutung. Das vordere ist Blondi, dahinter liegt die abgestreifte Haut halb in der Höhle. Leider sind die restlichen Bilder unscharf, wir wollten sie auch nicht zu sehr stören.
 

 

 Nach solch einer anstrengenden Angelegenheit hatte Blondi natürlich Durst.